Mittwoch, September 30, 2026

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Seit 2025 ist Martina Wagner Head of Environment bei Holcim Österreich und seit Anfang 2026 Vorstandsmitglied in der VÖZ, der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie.

Martina Wagner lächelt in die Kamera


Technischen Umweltschutz fand Martina Wagner schon in ihrer Schulzeit interessant. Nicht überraschend folgte nach dem Besuch der Handelsakademie das entsprechende Studium an der Montanuniversität Leoben und ihr erfolgreicher Einstieg in die Umweltsparte der Baustofftechnik. 2011 begann sie als Prozess- und Umweltingenieurin bei Lafarge, dem Baustoffkonzern, der einst als Perlmooser AG begann und nach der Fusion zur LafargeHolcim Group seit 2023 unter der globalen Marke Holcim auftritt. Im Laufe ihrer beruflichen Karriere übernahm sie verschiedene Funktionen in den Bereichen Qualität, Labor und Umwelt. »Zement ist allgegenwärtig. Das Spannende ist der Prozess, den die Branche hin zu Kreislaufwirtschaft und CO2-Reduktion durchlebt«, betont die 44-Jährige. Es sei großartig, diesen Wandel aktiv mitgestalten zu können.

Seit Dezember 2025 verantwortet sie als Head of Environment die Umweltagenden für ganz Österreich – mit Zuständigkeit für die Bereiche Zement, Beton und Kies. »Der Transformationsprozess der Branche hat inzwischen alle Bereiche der Herstellung erfasst – Qualität, Produktion und Instandhaltung, wodurch entlang der gesamten Wertschöpfungskette Emissionen gesenkt werden«, so Wagner. Ihre Erfahrung bringt sie seit Anfang 2026 auch in der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie, VÖZ, ein. Erstmals seit der Gründung der Vereinigung im Jahr 1894 ist damit eine Frau Mitglied im VÖZ-Vorstand.

Lebensraum Steinbruch
Zum Ursprungsort von Zement hat sie eine besondere Beziehung. »Ich bin gerne in der Natur, unser Steinbruch in Mannersdorf ist ein Juwel. Auch meine neunjährige Tochter ist von der Kulisse und den großen Maschinen begeistert«, so die Niederösterreicherin. Als potenzieller Lebensraum und Rückzugsgebiet für viele Tier- und Pflanzenarten erfüllen Steinbrüche eine wichtige Funktion für den Natur- und Artenschutz. »Wichtig ist, den Lebensraum Steinbruch so zu gestalten, dass er von der Natur wieder angenommen werden kann«, betont Wagner. In Mannersdorf werde das Thema Biodiversität seit mindestens 15  Jahren aktiv vorangetrieben, die Holcim Gruppe zieht jetzt an allen Standorten nach.

Das Zementwerk im Leithagebirge nimmt dabei eine Vorreiterrolle innerhalb des Konzerns ein – sowohl im Umwelt- und Naturschutz als auch bei der konsequenten Reduktion von CO2-Emissionen in der Produktion. Mehr als die Hälfte des produzierten Zements entspricht bereits dem Climate-Migration-Niveau. Zudem liegt die Ersatzbrennstoffrate bei über 90 Prozent, ergänzt durch eine hohe Recyclingquote bei den eingesetzten Ersatzrohstoffen. »Kleinigkeiten für weitere Verbesserungen, gerade im Umweltbereich, kann man sich durchaus von anderen Standorten abschauen, wie z. B. im Bereich der Staubminderung und der Optimierung der Materialströme im Prozess«, wertet die Technikerin Werksbesuche in Deutschland, Frankreich, Rumänien oder auch Polen als sehr positiv. Man darf nicht in alten Traditionen verharren – das gilt auch für die Personalentwicklung.

»Viele junge Technikerinnen kommen bereits nach«, beobachtet Wagner und sieht Frauen klar im Aufwind. Dabei müsse man Hartnäckigkeit beweisen und man dürfe sich vom einmal gesetzten Ziel nicht abbringen lassen. Den nötigen Ausgleich und die Energie dafür holt sie sich sowohl beim Training im Fitnessstudio als auch in der gemeinsamen Zeit mit der Familie. »Dieser Mix ist für mich entscheidend, um die richtige Balance zwischen der Verantwortung im Beruf und dem Privatleben zu halten.«

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