Mittwoch, September 30, 2026

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Nach nur zwei Monaten ist Schluss. Seit 2. Februar sind keine Anträge für die Förderung der thermische Sanierung möglich. Geld gibts nur noch für Kesseltausch. 

Überraschendes Aus für Sanierungsbonus

Der hohe Andrang auf den Sanierungsbonus hat jetzt negative Folgen. Weil seit dem Start der "Sanierungsoffensive neu" Ende November 2025 rund zwei Drittel des Antragsvolumens auf den Sanierungsbonus entfallen und nur rund ein Drittel auf den Kesseltausch, zieht das Umweltministerium jetzt die Notbremse. Seit heute, 2. Februar, sind neue Registrierungen und Förderanträge nur mehr für den Kesseltausch möglich. 

Während Pelletproduzenten, Heizkessel- und Kaminofenhersteller den neuen Fokus naturgemäß begrüßen, zeigt sich die Dämmstoffindustrie verärgert. „Es sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass die Minimierung des Heizwärmebedarfs an erster Stelle stehen sollte. Und dazu ist es erforderlich, zuerst die Gebäudehülle zu sanieren. Der Kesseltausch ist auch wichtig, sollte aber erst danach erfolgen", sagt Clemens Demacsek, Geschäftsführer der Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum. Ganz ähnlich die Stellungnahme von Austrotherm-Geschäftsführer Heimo Pascher: „Der kälteste Winter seit neun Jahren und hohe Energiepreise zeigen deutlich, wie wichtig eine gut sanierte Gebäudehülle ist. Sie muss immer der erste Schritt sein – erst danach kann eine effiziente Heizung, angepasst an den reduzierten Energiebedarf, sinnvoll arbeiten. Umso unverständlicher ist es, dass die verbleibenden Fördermittel ausschließlich in den Kesseltausch fließen sollen."

Auch der Forschungsverband der Baustoffindustrie (FBI) ist alles andere als erfreut. Denn mit dem Förderstopp würden Fenstertausch und thermisch-energetische Sanierung de facto auf 2027 verschoben, obwohl noch nicht alle Fördermittel der Sanierungsoffensive 2026 abgerufen wurden. Solche kurzfristigen Eingriffe würden zu Lasten von Planbarkeit gehen und Unsicherheit bei Gebäudeeigentümer*innen und Betrieben schaffen, wodurch Investitionen verhindert werden. „Die heute verkündete Schwerpunktsetzung der im November präsentierten Fördermaßnahmen greift zu kurz und verkennt die zentrale Rolle der thermisch-energetischen Sanierung der Gebäudehülle. Effizienz bedeutet, zuerst die Gebäudehülle zu sanieren sowie den Energieverbrauch zu senken und danach den Heizungstausch umzusetzen. Da im Rahmen der Sanierungsoffensive 2026 noch Mittel vorhanden sind, dürfen investitions- und sanierungsbereite Gebäudeeigentümer*innen nicht auf 2027 vertröstet werden“, appelliert FBI-Vorstandsvorsitzender Mag. Georg Bursik für eine ausgewogene Mittelverwendung. „Ohne konsequente Reduktion des Heizwärmebedarfs bleibt jeder Heizkesseltausch lediglich eine teure Symptombekämpfung.“

Im Vorjahr wurde die Sanierungsoffensive von Umweltminister Norbert Totschnig neu aufgestellt und die maximale Förderquote von 75 Prozent auf 30 Prozent reduziert. Seit dem Start im November 2025 wurden bereits Anträge im Volumen von rund 220 Millionen Euro gestellt. Insgesamt sind von 2026 bis 2030 jährlich 360 Mio. Euro vorgesehen.

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