Mittwoch, September 30, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Mit dem Durchschlag ist erstmals eine Eisenbahntunnelröhre des Brenner Basistunnels über ihre gesamte Länge hergestellt. Der Haupttunnel West erstreckt sich nun über ca. 55 Kilometer – von der Sillschlucht bei Innsbruck bis nach Franzensfeste in Südtirol.

Tunnelröhre Brennerbasistunnel

Bild: Der Moment des Durchbruchs der Tunnelbohrmaschine "Wilma". 

Im April 2023 hat eine Arbeitsgemeinschaft von PORR Bau GmbH, der Grazer MARTI GmbH und MARTI Tunnel AG den Zuschlag für den Bau der Tunnelstrecke Pfons-Brenner erhalten. Jetzt ist ein erstes großes Etappenziel erreicht. Die Tunnelbohrmaschine „Wilma“ hat die erste durchgehende Haupttunnelröhre vollendet.

Tausende Umdrehungen des Schneidrades, knapp 7,5 Kilometer Vortrieb, mehr als 23.000 verbaute Tübbinge sowie die Durchquerung anspruchsvoller geologischer Störzonen liegen hinter ihr. Am 25. August hat die Tunnelbohrmaschine „Wilma“ ihr Endziel erreicht. Mit dem erfolgreichen Durchschlag ist die westliche Haupttunnelröhre des Brenner Basistunnels erstmals über ihre gesamte Länge von rund ca. 55 Kilometern komplettiert. Von der Sillschlucht bei Innsbruck bis nach Franzensfeste in Südtirol fügt sich damit eine Vielzahl einzelner Tunnelabschnitte zu einem durchgehenden Haupttunnel zusammen.

706 Tage im Einsatz – Ein Erfolg der Menschen hinter der Maschine
Der entscheidende Moment war entsprechend emotional: Als sich der 260 Tonnen schwere Bohrkopf durch die letzten Zentimeter des Gebirges arbeitete, waren Erleichterung, Freude und Stolz bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Projektgesellschaft BBT SE sowie der ausführenden Arbeitsgemeinschaft H53 Brenner Basistunnel deutlich spürbar.

Der Weg bis zum heutigen Durchbruch war alles andere als selbstverständlich. Mehrfach traf die Tunnelbohrmaschine auf geologische Störzonen, in denen sich die Eigenschaften des Gebirges innerhalb weniger Meter veränderten.

TBM „Wilma“ – eine Fabrik im Berg
Am 18. September 2024 wurde „Wilma“ im Baulos H53 Pfons–Brenner offiziell gestartet. Von dort arbeitete sich die Tunnelbohrmaschine in Richtung Innsbruck durch das Gebirge.

Mit einer Gesamtlänge von rund 180 Metern, einem Bohrdurchmesser von 10,37 Metern und einem Gesamtgewicht von rund 2.700 Tonnen ist „Wilma“ eine hochkomplexe, unterirdische Produktionsanlage.

Während sich vorne der Bohrkopf durch das Gestein arbeitete, liefen im Innern der Maschine zahlreiche Prozesse gleichzeitig ab: Tübbinge wurden per Baustellenzug angeliefert und automatisch eingebaut, das Ausbruchmaterial über Förderbandanlagen abtransportiert, technische Systeme laufend gewartet und die geologischen Verhältnisse überwacht. So entstand tief im Berg eine nahezu autarke Baustelle.

Baulos H53 Pfons-Brenner – Logistik mit kurzen Wegen
Die Dimension des Projekts zeigte sich bereits bei der Anlieferung der Maschine: Rund 80.000 Einzelteile mussten in insgesamt 170 Spezialtransporten zur Baustelle gebracht und unter Tage in einer eigens errichteten Montagekaverne zusammengebaut werden. Auch während des Vortriebs wurde auf eine möglichst effiziente und umweltschonende Logistik gesetzt.„Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist die Logistik mindestens so wichtig wie die Maschine selbst. Wir wollten möglichst wenige Transporte über die Straße abwickeln. So konnten wir die Abläufe effizient gestalten und gleichzeitig rund 45.000 Lkw-Fahrten einsparen“, erklärt Michael Knapp, BBT-Projektleiter des Bauloses H53 Pfons–Brenner.

Ein wesentlicher Bestandteil des Logistikkonzepts war die Anlieferung der Tübbinge per Bahn. Die jeweils rund zehn Tonnen schweren Betonfertigteile wurden über den Gleisanschluss Wolf mit dem Zug zur Baustelle transportiert und anschließend für den Einbau in der Tunnelbohrmaschine bereitgestellt.           

Auch das beim Vortrieb anfallende Ausbruchmaterial legte nur kurze Wege zurück. Das Gestein wurde über Förderbandanlagen direkt von der Tunnelbaustelle zur nahegelegenen Deponie Padastertal befördert.

Eckdaten Tunnelbohrmaschine „Wilma“

  • Vollständige Herstellung der westlichen Haupttunnelröhre beim Brenner Basistunnel
  • Durchschlag der Tunnelbohrmaschine „Wilma“: 25. August 2026
  • Start der Tunnelbohrmaschine: 18. September 2024
  • Vortrieb: rund 7.500 Meter
  • Durchbruch: Hilfsangriff IRIS (Baulos H53 Pfons-Brenner / Baulos H41 Sillschlucht–Pfons          
  • Einsatzdauer: rund 706 Tage
  • Bohrdurchmesser: 10,37 Meter
  • Gesamtlänge (inkl. Nachläufer): 180 Meter
  • Gesamtgewicht: 2.700 Tonnen
  • Gewicht Bohrkopf: 260 Tonnen
  • Installierte Leistung: 9.928 kW
  • Antriebsleistung Bohrkopf: 4.550 kW
  • Drehmoment: 22.448 kNm
  • Tunnelringe: 3.720
  • Eingebaute Tübbinge: 22.320
  • Spezialtransporte für die Anlieferung: 170
  • Einzelteile der Maschine: rund 80.000

Populär

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2026!

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2027!

Der Wirtschaftspreis eAward zeichnet Digitalisierungsprojekte aus dem Raum...

Best of ... Connectivity

Vernetzung und Kommunikation auf Wasserstraßen, im Außendienst, im Vertrieb, im...
Elektrischer Mercedes-Benz eActros 600 mit Holcim-Silosattelauflieger an einer Ladestation in Mannersdorf, daneben drei Mitarbeiter.

Strom für die schweren Aufgaben

Holcim Österreich und Daimler Truck Austria zeigten im Zementwerk Mannersdorf, welche...
Bürogebäude von Primetals Technologies

Primetals: Brownfield-Conversion auf SAP S/4HANA

Atos hat gemeinsam mit Primetals Technologies ein weiteres internationales...
Visualisierung des Projekts PIER05 an der Seestädter Waterfront mit mehreren Gebäuden direkt am Wasser.

Viermal ÖGNI-Gold für PIER05

Für PIER05 in der Seestadt Wien liegen nun ÖGNI-Gold-Vorzertifikate für alle...
Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Ob zu Ostern oder zu Weihnachten, während der Geschenkesaison geht es beim...

ThemaThema

Elektroaltgeräte auf neuem Rekordniveau

Österreich hat 2025 bei der Sammlung von Elektroaltgeräten einen neuen Höchststand erreicht. Mehr als 161.000 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte aus Haushalten wurden gesammelt, dazu 3.506 Tonnen Gerätealtbatterien. Die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) präsentierte die Bilanz...

Bau & Wirtschaft

Leben & StilView all

Office & TalkView all

Produkte & ProjekteView all