Mittwoch, September 30, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

„Es gilt, jetzt zu handeln – effizientes und leistbares Bauen ist möglich und notwendig, wenn die richtigen Prioritäten gesetzt werden. Wir dürfen nur nicht mehr warten“, sagte Georg Bursik bei der Pressekonferenz zum Start in die Bausaison.

Effizienz als Baustoff
V.l.n.r.: Rudolf Ofenschiessl,Georg Bursik,Roman Stickler;©Baumit/APA-Fotoservice/Krisztian Juhasz


Bei der Veranstaltung „Baumit startet in die Bausaison 2026“ zog die Baumit GmbH Bilanz über das Geschäftsjahr 2025. Geschäftsführer Georg Bursik ordnete das vergangene Jahr so ein: „2025 war für die gesamte Bauwirtschaft ein hartes Jahr. Umso wichtiger war es, konsequent Kurs zu halten und auf Effizienz und zukunftsrelevante Themen zu setzen. Dass wir dieses Jahr erfolgreich meistern konnten, verdanken wir vor allem dem außergewöhnlichen Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unseren verlässlichen Geschäftspartnern.“ Der Umsatz lag mit 290 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau; 24 Millionen Euro investierte das Unternehmen in Automatisierung, Modernisierung und Energieeffizienz. Technisch verweist Baumit darauf, dass das Zementwerk inzwischen „über längere Zeiträume zu 100 Prozent mit Ersatzbrennstoffen gefahren werden kann“.

Sanierungsmarkt bleibt zentral

Ein Schwerpunkt der Präsentation war die thermische Sanierung. Laut Gebäudereport 2025 weisen rund 1,2 Millionen Gebäude einen hohen Renovierungsbedarf auf. Bursik beschrieb die Ausgangslage pointiert: „Der Neubau kommt nach wie vor nicht in Schwung, während der Gebäudebestand unsaniert altert. Eine toxische Kombination.“ Die Folgen seien „hohe Energieverbräuche, steigende Betriebskosten und eine wachsende Abhängigkeit von importierten Energieträgern sowie unberechenbaren Energiepreisen.“

Mit Blick auf den volkswirtschaftlichen Effekt verweist Baumit auf eine Analyse, wonach eine Million Euro an Fördermitteln einen BIP-Impuls mit dem Faktor 3,8 auslöst. Der Stellenwert der Sanierung wurde von Georg Bursik so formuliert: „Thermische Sanierung ist damit nicht nur ein klimapolitisches Instrument, sondern ein wirksamer Konjunkturhebel – gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Das muss in die Köpfe. Energieverbrauch reduzieren und heimische Wirtschaft stärken. So funktioniert es!“

Als konkrete Energiebilanz nennt Baumit rund 9,6 Terawattstunden jährliche Verluste über un- oder schlecht gedämmte Fassaden – ein potenzielles Einsparvolumen von rund 1,25 Milliarden Euro. Verdeutlicht wird dies durch einen Vergleich: Die Menge entspreche der jährlichen Stromproduktion von sieben Donaukraftwerken der Größenordnung Ybbs-Persenbeug.

Zur technischen Einordnung verweist Baumit auf Messungen im VIVA-Forschungspark: „Gedämmte Häuser hielten nach 48 Stunden ohne Heizung bei Temperaturen um den Gefrierpunkt innen rund 17 °C – ein ungedämmtes Vergleichshaus fiel auf knapp 10 °C.“

Kreislaufwirtschaft wird operativ ausgebaut

Parallel zu den energetischen Maßnahmen rückt die Kreislaufwirtschaft stärker in den Fokus. Unter dem Programm „GO2morrow“ führt Baumit 2026 ein Rücknahmesystem für restentleerte Kübel ein, die gesammelt und über ARA plus recycelt werden. Ergänzend erweitert das Unternehmen gemeinsam mit Austrotherm das EPS/XPS-Recycling. Die Anlage in Purbach soll künftig auch ältere WDVS-Bestände mechanisch trennen und stofflich verwerten können. Recyceltes Polystyrol verursache laut Baumit rund 0,5 Tonnen CO₂ pro Tonne Material, Primärware rund 2,4 Tonnen.

Industrielle Verfahren erhalten mehr Gewicht

Flankierend betont Baumit den Ausbau industrieller und digitaler Verfahren. Unter dem Titel „BauMinator“ fasst das Unternehmen Projekte zusammen, die neue Produktions- und Bauprozesse erschließen, darunter eine 2025 in Salzburg umgesetzte 3D-gedruckte Transferdecke. Für 2026 kündigte Marketingleiter Roman Stickler weitere Pilotanwendungen mit modularen Wandelementen an und hob die Bedeutung des Zusammenspiels von „Mensch, Produkt und Maschine“ hervor.

Marke und Rahmenbedingungen

Stickler präsentierte zudem den überarbeiteten Markenauftritt: „Unser Relaunch ist mehr als ein Design-Update – er ist ein Bekenntnis zu Konsistenz, Klarheit, Partnerschaft und Authentizität, also zur Stärkung dessen, was uns seit Jahrzehnten erfolgreich macht und in die Zukunft begleiten wird.“ Zur Ablauflogik im Sanierungsprozess formuliert Baumit: „Erst kommt die Bestandsaufnahme, dann eine klare Sanierungsempfehlung, danach die Finanzierung/Förderlogik – so werden die besten Ergebnisse für Einsparungen und ein gesteigertes Wohnraumklima erzielt.“ Bursik positionierte das Unternehmen abschließend als aktiven Partner: „Baumit steht in diesem Prozess bereit – nicht nur als Ideengeber, sondern als Umsetzer und verlässlicher Partner.“ 

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