Mittwoch, September 30, 2026

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Bau | Immobilien

In der Rubrik »Fragen an die Politik« haben Vertreter*innen der Bau- und Immobilienwirtschaft die Möglichkeit, konkrete Fragen an Spitzenpolitiker*innen zu richten. In der aktuellen Ausgabe kommt die Frage von der Nachhaltigkeitskoordinatorin von Saubermacher, Bernadette Triebl-Wurzenberger. Gerichtet wurde sie an Umweltminister Norbert Totschnig.

Fragen an die Politik im März: Thema Kreislaufwirtschaft
Bild: iStock

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Bernadette Triebl-Wurzenberger, Geschäftsführerin PS Plattformen & Systeme GmbH, Sprecherin und Nachhaltigkeitskoordinatorin Saubermacher

»Österreich und Europa sind reich an Kultur und schönen Landschaften, doch besitzen nur wenig Rohstoffe. Welche regulatorischen und finanziellen Maßnahmen plant die Bundesregierung, um nachhaltige und zirkuläre Bauweisen wirtschaftlich attraktiver zu machen – etwa durch Förderungen für digitale Material- und Emissionsdaten, verpflichtende Dokumentation von Materialströmen sowie die Gleichstellung und Förderung von Sekundärrohstoffen – Stichwort Kreislaufwirtschaft?«

Portrait Bundesminister Norbert Totschnig

Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

»Die Transformation unseres derzeitigen linearen Wirtschaftssystems hin zu einer Kreislaufwirtschaft ist eine große Herausforderung, zugleich jedoch zentral für das Erreichen unserer Umwelt- und Klimaziele sowie für die Stärkung der heimischen Wettbewerbsfähigkeit. Sie trägt außerdem dazu bei, Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen zu reduzieren.

Das Regierungsprogramm sieht dafür mehrere Maßnahmen vor: Die Resilienz Österreichs soll durch mehr Unabhängigkeit bei strategischen Primär- und Sekundärrohstoffen gestärkt werden – etwa durch Diversifikation, Lagerhaltung, Abbau und verstärktes Recycling. Recycelte Materialien sollen künftig nicht mehr gegenüber Primärrohstoffen benachteiligt sein; Ziel ist ein »Level Playing Field« in Österreich und der EU. Dazu zählen auch der Einsatz von KI zur Analyse der zukünftigen Verfügbarkeit von Sekundärrohstoffen sowie digitale Rohstoffbörsen.

Zudem sollen Gesetze und Vorschriften reformiert werden, die zirkuläre Geschäftsmodelle behindern, und Initiativen umgesetzt werden, damit die heimische Bauwirtschaft Vorreiter bei Circular Buildings wird. Eine zentrale Rolle spielt die seit 7. Jänner 2025 geltende EU-Bauprodukte­verordnung (CPR). Sie stärkt die Kreislaufwirtschaft im Bausektor durch Anforderungen an Wiederverwendbarkeit, Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Demontierbarkeit von Bauprodukten, durch Rezyklatanteile, den digitalen Produktpass sowie mehr Transparenz bei ökologischen Kennzahlen. Ergänzend definiert die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie zentrale Handlungsfelder im Baubereich: Förderung ressourcenschonender Bauweisen, nachhaltige Beschaffung im Hoch- und Tiefbau, Verlängerung der Nutzungsdauer von Gebäuden und Bauprodukten sowie Stärkung von Wiederverwendung und Recycling.

Auch Abfallende-Verordnungen sind wichtige Instrumente für den einfacheren Zugang zu hochwertigen Sekundärrohstoffen. Förderungen unterstützen Investitionen in ressourcenschonende Materialnutzung und die Rückführung von Materialien in den Kreislauf. Ein Fokus liegt auf Baustoffen, Bauteilen und der Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen.«

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