Mittwoch, September 30, 2026

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Bau | Immobilien

In der Rubrik »Fragen an die Politik« haben Vertreter*innen der Bau- und Immobilienwirtschaft die Möglichkeit, konkrete Fragen an Spitzenpolitiker*innen zu richten. In der aktuellen Ausgabe kommt die Frage von Michael Schranz, Geschäftsführer Handler Bau. Gerichtet wurde sie an Vizekanzler und Wohnbauminister Andreas Babler.

Fragen an die Politik: Serielles Bauen
Bild: iStock


Thema: Serielles Bauen


Michael Schranz, Geschäftsführer Handler Bau

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»Die Bauunternehmen sind gefordert, immer schneller und günstiger zu bauen. Da die Lohn- und Materialkosten stetig steigen, ist einer der relevantesten Hebel eine systemische Herangehensweise und Vorfertigung – aus dem Nachhaltigkeitsgedanken heraus natürlich mit Schwerpunkt Holzbau. Welche konkreten Maßnahmen plant die österreichische Bundesregierung, um die Produktivitätssteigerung in der Bauwirtschaft durch serielles Bauen und industrielle Vorfertigung voranzutreiben?«

 

Andreas Babler, Vizekanzler und Wohnbauminister

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»Danke für die Frage. Die Förderung des Holzbaus erfolgt in Österreich auf mehreren Ebenen. Während der Bund mit Initiativen wie der Holzbauoffensive sowie Forschungs- und Entwicklungsprogrammen wichtige Impulse setzt, liegt die Zuständigkeit für das Bauwesen und wesentliche Teile der Wohnbauförderung bei den Bundesländern. Diese spielen daher eine zentrale Rolle bei der Förderung von Holzbau, Vorfertigung und seriellen Bauweisen, etwa durch baurechtliche Rahmenbedingungen und öffentliche Bauvorhaben. Da moderne Holzbauten häufig mit hohem Vorfertigungsgrad umgesetzt werden, unterstützen diese Maßnahmen zugleich serielle und industrielle Bauweisen. Die hohe Qualität des österreichischen Holzbaus wird durch Auszeichnungen wie den Österreichischen Staatspreis Holzbau sichtbar. Die prämierten Projekte zeigen, dass Holzbau, Vorfertigung und architektonische Qualität erfolgreich miteinander verbunden werden können.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Produktivitätssteigerungen mit den hohen Ansprüchen an die österreichische Baukultur vereinbart werden können. Serielle Bauweisen und Vorfertigung stehen den Zielen von Baukultur – Qualität, Ressourcenschonung, regionale Identität und langfristige Nutzbarkeit – nicht entgegen. Im Gegenteil: Sie ermöglichen eine effizientere und nachhaltigere Bauweise.

Zu den Vorteilen zählen geringere Kosten, deutlich kürzere Bauzeiten sowie eine höhere Qualität in Planung und Ausführung. Ein großer Teil der Wertschöpfung wird von der Baustelle in industrielle Fertigungsprozesse verlagert. Dadurch entstehen kontrollierte Produktionsbedingungen, weniger Mängel sowie sicherere und attraktivere Arbeitsplätze. Gleichzeitig erleichtern ökologische Baustoffe wie Holz und kreislauffähige Bauweisen die nachhaltige Transformation des Bausektors.
Die öffentliche Hand kann dabei natürlich eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen. Schulen, Kindergärten oder Pflegeeinrichtungen eignen sich besonders für modulare Systeme. Die Herausforderung besteht nicht darin, zwischen Baukultur und Produktivität zu wählen, sondern beide Ziele miteinander zu verbinden.«

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