Mittwoch, September 30, 2026

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Bau | Immobilien

Die Strabag erweitert im Auftrag der Kelag den Wurtenspeicher. Hohe Anforderungen an Planung, Logistik und Koordination stellen die hochalpine Lage, die begrenzten Zufahrtsmöglichkeiten und die Arbeiten an dem bestehenden Speicherbauwerk.

Blick auf den Wurtenspeicher

Für die Energiewende braucht es leistungsfähige Speichermöglichkeiten. Der Wurtenspeicher ist das Herzstück der Kelag-Kraftwerks­gruppe Fragant im Mölltal auf 1.700 Metern Seehöhe. Der Damm wird um sieben Meter erhöht und verdoppelt dadurch beinahe sein Spei­chervolumen von 2,7 auf 5 Millionen Kubikmeter Wasser. Anlagen wie der Wurtenspeicher können Netzschwankungen effektiv auffangen – ein wichtiger Beitrag zu nachhaltiger Energieversorgung in Kärnten.

Die Kelag setzt mit der Sanierung und Erweiterung des Wurtenspeichers ein großes Infrastrukturprojekt für die Stromerzeugung aus Wasserkraft um. Im Frühjahr 2025 haben dafür die Bauarbeiten begonnen.

Anspruchsvolle Bauarbeiten im hochalpinen Gelände
Kern des Projekts ist die Erhöhung des bestehenden Steinschüttdammes, der zwischen 1968 und 1971 errichtet wurde. Der Damm wird um rund sieben Meter erhöht, wodurch das Stauziel um insgesamt 8,5 Meter angehoben werden kann. Dafür wird auf der Luftseite ein zusätzlicher Stützkörper aufgeschüttet und die bestehende Asphaltoberflächendichtung verlängert. Das für die Dammerhöhung benötigte Material wird direkt im Speicherraum im Bereich der Stauwurzel gewonnen. Insgesamt werden rund 230.000 Kubikmeter Schüttmaterial eingebaut.

Die Arbeiten von STRABAG umfassen unter anderem den zentimetergenauen Einbau von 246 Bohrpfählen sowie die Sanierung bestehender Bauwerksstrukturen. Für die Durchführung einzelner Bauabschnitte war eine zweimalige Totalentleerung des Speichersees erforderlich. In insgesamt sechs Baulosen sind rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz.

Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag, hebt hervor, dass die Erhöhung des Wurtenspeichers ein äußerst anspruchsvolles Bauvorhaben darstellt: "Die hochalpine Lage, die begrenzten Zufahrtsmöglichkeiten und die Arbeiten an einem bestehenden Speicherbauwerk stellen hohe Anforderungen an Planung, Logistik und Koordination. Umso mehr freut es uns, dass die Bauarbeiten gemeinsam mit unserem Partner STRABAG planmäßig umgesetzt werden. Mit dem Know-how aller Beteiligten gelingt es, dieses bedeutende Infrastrukturprojekt in Kärnten unter herausfordernden Rahmenbedingungen erfolgreich zu realisieren."

Renaturierungsflächen sind Teil des Projekts
Parallel zu den Bauarbeiten werden umfassende naturschutzfachliche Maßnahmen umgesetzt. Für jene Flächen, die künftig durch das erhöhte Stauziel beansprucht werden, werden Ersatzflächen im Gesamtausmaß von rund 4,2 Hektar geschaffen. Dazu gehören unter anderem ein Amphibienbiotop mit einer Fläche von mindestens 1.000 Quadratmetern im Bereich der Stauwurzel sowie weitere Ausgleichsflächen in Flattach und Friesach.

Nach Abschluss der Hauptbauarbeiten im Jahr 2026 werden 2027 noch Restarbeiten sowie Rekultivierungsmaßnahmen durchgeführt.

Hintergrund
Zu der Kraftwerksgruppe Fragant der Kelag gehören 15 Speicher, Triebwasserwege auf einer Gesamtlänge von rund 79 km und 10 Kraftwerke, die insgesamt rund 800 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, was einem Jahresbedarf von etwa 225.000 Haushalten entspricht. "Der Wurtenspeicher übernimmt für die Kraftwerksgruppe Fragant eine Schlüsselrolle. Durch die nahezu Verdoppelung des Speichervolumens auf 5 Millionen Kubikmeter erhöhen wir deutlich die Flexibilität unserer Erzeugung und stärken gleichzeitig die Versorgungssicherheit. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Energiesystem. Mit einer Investitionssumme von rund 30 Millionen Euro schaffen wir zusätzliche Speicherkapazitäten für die effiziente Nutzung erneuerbarer Energie", sagt Reinhard Draxler.

Durch die Erweiterung erhöht sich der flexibel abrufbare Energieinhalt des Speichers. Die Bedeutung leistungsfähiger Speicheranlagen wächst mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien stetig, da sie einen flexiblen Ausgleich zwischen Stromerzeugung und Strombedarf ermöglichen.

Anschaulich wird die zusätzliche Speicherkapazität im Vergleich zu Batteriespeichern: Um die durch die Erhöhung des Wurtenspeichers geschaffene zusätzliche Energiemenge zu speichern, wären rund zwei Millionen Haushaltsbatteriespeicher mit einer Kapazität von jeweils 5 Kilowattstunden (kWh) erforderlich.

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