Donnerstag, Oktober 01, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Eine neue IMAS-Studie zeigt, wie stark Österreichs Arbeitnehmer:innen auf gute Raumluft achten: 87 Prozent halten sie für sehr wichtig. Gleichzeitig bleibt die Zufriedenheit in vielen Büros zurück – und der Verein ZULuft fordert nun verbindliche gesetzliche Standards.

Luft-Studie zeigt Handlungsbedarf

Samantha Stangl, Geschäftsführung Wolf Klima- und Heiztechnik GmbH und Vorstandsmitglied des Vereins Zukunft Luft Austria, Wolfgang Hucek, Geschäftsführung Trox Austria + CEE GmbH Vorsitzender des Vorstandes des Vereins ZULuft und Paul Eiselsberg, Senior


Der Verein ZULuft ließ 1.008 Menschen in persönlichen Interviews zu ihrer Luftqualität am Arbeitsplatz befragen. Die Ergebnisse präsentierte Paul Eiselsberg, Senior Research Director bei IMAS. Besonders Erwerbstätige in Innenräumen bewerten das Thema als prioritär: 88 Prozent stufen gute Luft als sehr wichtig ein.

Die Untersuchung zeigt zudem Zusammenhänge zwischen Luftqualität und Arbeitsalltag. Rund drei Fünftel der Befragten sehen starken Einfluss auf Konzentration, Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und allgemeines Wohlbefinden. Auffällig ist auch ein Gebäudeeffekt: Personen, die in jüngeren Objekten oder in Büros mit Lüftungssystemen arbeiten, berichten von deutlich höherer Zufriedenheit.

ZULuft verlangt klare Regeln im Baurecht

Für Samantha Stangl, Geschäftsführerin der Wolf Klima- und Heiztechnik GmbH und Vorstandsmitglied bei ZULuft, unterstreicht die Studie einen strukturellen Mangel: „Gute Raumluft bedeutet ein Mehr an Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Doch diese gesunde Luft wird in Innenräumen oftmals vernachlässigt.“

Wolfgang Hucek, Geschäftsführer der Trox Austria + CEE GmbH und Vorstandsvorsitzender von ZULuft, formuliert das Anliegen des Vereins deutlich: „Gute und gesunde Luft ist kein Nice to have oder Luxus, sondern ein Grundbedürfnis.“

Der Verein verweist auf skandinavische Vorgaben, in denen Raumluftparameter gesetzlich festgelegt sind. Mit der Umsetzung der europäischen Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie (EPBD) bis 2026 werden auch in Österreich erstmals Parameter zur Innenraumluft definiert werden müssen. ZULuft fordert, zentrale Kriterien wie CO₂, Temperatur, Luftfeuchte, Luftwechselrate sowie Feinstaub- und Pollenbelastung klar zu verankern.

Baukonjunktur und Bewusstsein als Hürde

Im Pressetermin wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass lüftungstechnische Maßnahmen bei Sanierungen häufig den finanziellen Kürzungen zum Opfer fallen. Die Branche sei eng an die Baukonjunktur gebunden, sagte Hucek, und Luftqualität erhalte oft weniger Aufmerksamkeit als etwa Heiztechnik. Stangl betonte, dass schlechte Innenraumluft gesundheitliche Folgen haben kann – die WHO beschreibt seit 1983 das „Sick Building Syndrom“.

Auch kommunikativ will ZULuft nachschärfen. Eine neue Kampagne soll das Thema Büro-Luft stärker sichtbar machen und Unternehmen, Schulen und Kindergärten für systematische Raumluftmessungen sensibilisieren. Der Verein fordert daher verpflichtende Messungen und regelmäßige Kontrollen relevanter Luftparameter sowie eine Ausweitung der Förderungen für Lüftungs- und Klimasysteme mit Wärmerückgewinnung.

Populär

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2026!

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2027!

Der Wirtschaftspreis eAward zeichnet Digitalisierungsprojekte aus dem Raum...

Best of ... Connectivity

Vernetzung und Kommunikation auf Wasserstraßen, im Außendienst, im Vertrieb, im...
Elektrischer Mercedes-Benz eActros 600 mit Holcim-Silosattelauflieger an einer Ladestation in Mannersdorf, daneben drei Mitarbeiter.

Strom für die schweren Aufgaben

Holcim Österreich und Daimler Truck Austria zeigten im Zementwerk Mannersdorf, welche...
Bürogebäude von Primetals Technologies

Primetals: Brownfield-Conversion auf SAP S/4HANA

Atos hat gemeinsam mit Primetals Technologies ein weiteres internationales...
Visualisierung des Projekts PIER05 an der Seestädter Waterfront mit mehreren Gebäuden direkt am Wasser.

Viermal ÖGNI-Gold für PIER05

Für PIER05 in der Seestadt Wien liegen nun ÖGNI-Gold-Vorzertifikate für alle...
Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Ob zu Ostern oder zu Weihnachten, während der Geschenkesaison geht es beim...

ThemaThema

Elektroaltgeräte auf neuem Rekordniveau

Österreich hat 2025 bei der Sammlung von Elektroaltgeräten einen neuen Höchststand erreicht. Mehr als 161.000 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte aus Haushalten wurden gesammelt, dazu 3.506 Tonnen Gerätealtbatterien. Die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) präsentierte die Bilanz...

Bau & Wirtschaft

Leben & StilView all

Office & TalkView all

Produkte & ProjekteView all