Mittwoch, September 30, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Facility Management entscheidet über die Qualität unserer Arbeitswelten, über Nachhaltigkeit, Effizienz und Zukunftsfähigkeit von Immobilien. Ein Widerspruch bleibt dennoch bestehen: Eine Branche, die Räume gestaltet, in denen Innovation entstehen soll, schöpft ihr eigenes Potenzial nicht aus. Frauen sind nach wie vor unterrepräsentiert – vor allem dort, wo strategische Entscheidungen getroffen werden.

Planer*innen an einem Tisch
Bild: iStock


Im Jahr 2022 haben wir FMe (FMA | IFMA) – Frauen managen exzellent – ins Leben gerufen. Ausgangspunkt war keine Imageidee, sondern eine nüchterne Beobachtung: Frauen im Facility Management sind oft isoliert, selten sichtbar, kaum vernetzt. Wer aber nicht sichtbar ist, findet in strategischen Diskursen nicht statt. Und wer nicht stattfindet, gestaltet nicht mit. Unser Anspruch ist daher klar: Wir wollen keine symbolische Repräsentation, sondern reale Gestaltungskraft. Ein funktionierendes Netzwerk schafft genau das. Es verbindet Expertinnen über Unternehmens- und Hierarchiegrenzen hinweg, ermöglicht Erfahrungstransfer zwischen Generationen und fördert Mentoring-Beziehungen, die Karrieren tatsächlich voranbringen. Gerade in einem Berufsfeld, das lange männlich geprägt war, sind belastbare Netzwerke ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Exzellenz braucht Perspektiven
Facility Management ist komplex: ESG-Anforderungen, Digitalisierung, Betreiberverantwortung, Workplace-Strategien oder Resilienz von Gebäuden. Wer diese Herausforderungen meistern will, braucht unterschiedliche Perspektiven – fachlich wie kulturell. Diversität ist dabei kein ideologisches Projekt, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Teams, die vielfältiger aufgestellt sind, treffen bessere Entscheidungen. Und Führungskräfte, die unterschiedliche Lebensrealitäten einbeziehen, entwickeln tragfähigere Konzepte.

Vom Netzwerk zur Haltung
Was uns antreibt, ist mehr als Karriereförderung. Es geht um Kulturwandel. Frauen im Facility Management sollen nicht die Ausnahme bleiben, sondern selbstverständlicher Teil aller Ebenen werden, operativ wie strategisch. Dazu braucht es Strukturen, die Entwicklung ermöglichen, nämlich transparente Karrierepfade, aktive Nachwuchsförderung und Kooperationen mit Bildungsinstitutionen und Unternehmen, die Diversität ernst nehmen. Gleichstellung entsteht nicht durch wohlklingende Leitbilder, sondern durch konsequente Umsetzung. Wir erleben in unserer Community, wie viel Know-how, Innovationskraft und Führungsstärke vorhanden sind. Wenn diese Ressourcen systematisch gefördert werden, profitiert die gesamte Branche. Facility Management gewinnt an Professionalität, Attraktivität und Zukunftsfähigkeit.

Jetzt ist der Moment
Der Arbeitsmarkt verändert sich. Junge Talente wählen Branchen bewusster aus. Nachhaltigkeit, Unternehmenskultur und Entwicklungschancen spielen eine größere Rolle denn je. Eine Branche, die Frauen aktiv einbindet und fördert, sendet ein klares Signal: Hier zählt Leistung – unabhängig vom Geschlecht. FMe ist dabei kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein Prozess. Jede neue Teilnehmerin erweitert das Netzwerk, jede Kooperation stärkt die Wirkung, jede sichtbare Expertin verändert das Bild unserer Branche ein Stück weit. Facility Management gestaltet Räume. Es ist an der Zeit, auch die eigenen Strukturen neu zu gestalten. Die Zukunft unserer Branche wird nicht von Einzelnen entschieden – sondern von jenen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Frauen tun das längst. Jetzt braucht es den Mut, ihnen auch den Raum zu geben.

 

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Die Autorin: Dr. Caroline Samwald ist Geschäftsführerin der CTP Austria GmbH und Leiterin von FMe (FMA | IFMA) – die Community für Frauen im Facility Management.

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