Mittwoch, September 30, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Alpacem ist im Bereich Zement, Beton und Rohstoffe mit 29 regional verwurzelten Standorten in Österreich, Slowenien und Italien vertreten. Seit 2017 leitet Anita Ebenwaldner-Abuja das Geschäftsfeld Beton international.

Anita Ebenwaldner-Abuja mit Warnweste und Helm

Bild: Bei ihrem BWL-Studium hat sich Anita Ebenwaldner-Abuja für den Schwerpunkt Umweltökonomie entschieden. Heute drängt sie auf einen Imagewandel von Beton.


Die Alpen-Adria-Region, die von Slowenien und Italien bis Österreich reicht, gehört zu ihren Lieblingsregionen. Dieser Raum ist auch das Hauptgeschäftsfeld von Alpacem. »Früher war alles sehr dezentral geführt, heute setzen wir auf ein Miteinander«, betont Anita Ebenwaldner-Abuja. Es gibt wöchentliche Videobesprechungen zu laufenden Projekten, Kostenrechnung, Analyse der Ergebnisse, Investitionen, Plänen für das kommende Jahr und vielem mehr. Wichtig sei aber auch der direkte Kontakt. Daher ist sie regelmäßig in den Werken vor Ort. »Alle zwei Wochen besuche ich Slowenien, in Italien bin ich fast jede Woche.« Hier kommt der Managerin ihre Ausbildung zugute. Nach dem BORG in Hermagor hat Ebenwaldner-Abuja Betriebswirtschaftslehre in Graz studiert und dabei ein Erasmussemester an der Università Cattolica del Sacro Cuore in Mailand gemacht. »Ursprünglich wollte ich Architektur studieren, weil mich Gebäude, Design und Architektur interessiert haben. Einen Arbeitsalltag nahezu ausschließlich im Büro und vor dem PC mit Planen und Zeichnen zu verbringen, konnte ich mir nicht vorstellen, daher habe ich mich für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre entschieden.«

Nach dem Abschluss hat sie bei Wietersdorfer als Junior Controllerin für die klassische Kostenrechnung gestartet. »Ich konnte mir wenig unter den Abläufen und Hauptthemen eines Baustoffunternehmens vorstellen, dachte, als Anfang passt das ganz gut.« Im Nachhinein gesehen war Controlling für sie ein gelungener Start. »Ich habe alle Bereiche des Unternehmens kennengelernt, vom Bergbau bis zur Produktion, hatte mit allen Abteilungsleitern zu tun, habe die tägliche Arbeit aller Abteilungen erlebt mit all ihren Bedürfnissen und Problemen.«

Gefordert ist ein neues Image
Kreislaufwirtschaft hat die Kärntnerin schon immer interessiert, ein Schwerpunkt ihres BWL-Studiums war daher Umweltökonomie. Für sie ist das negative Bild von Beton nicht nachvollziehbar. »Wir sprechen immer von Klimaneutralität und CO2-Reduktion.« Die Klimawende sei ohne Beton aber nicht möglich. Jedes Windkraftwerk, jedes Wasser- und Speicherkraftwerk braucht Beton, ebenso der Netz­ausbau wie die geplante 380-kV-Leitung in Kärnten, für die sich Alpacem einsetze. »Wir verbessern unsere Rezepturen, arbeiten daran, den CO2-Fußabdruck unserer Produkte mithilfe CO2-reduzierter Zemente um weitere 25 Prozent zu reduzieren.« Dafür braucht es langfristige Planung. »Auch wenn es einmal schwierig ist, man muss die Mitarbeiter*innen überzeugen, dass es Lösungen für jedes Problem gibt und man muss die Stimmung hochhalten.« Dafür brauche man oft ein dickes Fell.

Ihr Ausgleich
»Unsere Werke und Standorte sind binnen zwei Stunden von Her­magor aus erreichbar. Ich bin jährlich aber trotzdem über 50.000 km unterwegs.« In ihrer Freizeit sucht die 48-Jährige daher möglichst oft sportliche Betätigung. »Ich bin sehr viel am Rad, mit Langlauf­ski unterwegs, auch alpin. Ich versuche, mit meinem Partner und den beiden Kindern sowie Freunden möglichst viel in der Natur zu unternehmen.« Das Gailtal biete dafür beste Bedingungen, im Winter wie im Sommer. Nachhaltigkeit ist ihr auch privat ein Anliegen. »Wir haben z. B. das Wohnhaus meiner Großeltern umgebaut, ressourcenschonend zu einem Mehrgenerationen-Wohnhaus und so den Fokus auf die Sanierung eines bestehenden Gebäudes gelegt.«

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