Mittwoch, September 30, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Täglich Neues zu erleben, ist für Karina Schiefer eine berufliche Grundvoraussetzung. Ihre Funktion als Leiterin des Innovationsmanagements bei der Porr bietet ihr dazu optimale Bedingungen.

Mit Pioniergeist in die Zukunft
»Unsere Mission lautet: Innovationen von der Baustelle für die Baustelle«, beschreibt Karina Schiefer ihre tägliche Arbeit bei der Porr.

 

Karina Schiefer ist nicht ins Bauwesen hineingeboren – das Interesse an Fortschritt und Verbesserung im Bauwesen wurde in ihrer Kindheit geweckt. »Meine Familie hat damals das Haus selber gebaut. Ich wollte unbedingt, dass mein Kinderzimmer endlich fertig wird, darauf musste ich ewig warten. Das war ein früher Ansporn zu lernen, wie Bauvorhaben in kurzer Zeit effektiv umgesetzt werden können.« Nach dem Abschluss der Camillo-Sitte-HTL Tiefbau führte sie ihr Weg zum Studium des Bauingenieurwesens an die TU Wien, wo sie sich unter anderem als erste weibliche Vorsitzende der Fachschaft engagierte. Ihr Fokus: Diversität, Nachwuchsförderung und praxisnahe Lehre. Ihre Diplomarbeit über Digitalisierungspotenziale beim Bau des Koralmtunnels wurde zum Türöffner für ihren Einstieg bei der Porr. Dort übernahm sie früh Verantwortung und leitete ein Softwareentwicklungsteam für die Neuentwicklung der Tunnelvortriebsdokumentation. »Der Tunnelbau hat mich gelehrt, was Präzision, Teamarbeit und langfristiges Denken bedeuten. Es ist eine Welt unter der Oberfläche – mit enormem Potenzial für Innovation.« Die gemeinsam entwickelte Lösung ist heute beim Brenner-Basistunnel und weiteren Projekten im Einsatz.

Strategischer Blick für neue Technologien
Mit der Gründung und Leitung des Innovationsmanagements bei der Porr treibt sie seit 2021 neue Themen voran. »Unsere Mission lautet Innovationen von der Baustelle für die Baustelle.« Daran arbeitet sie mit ihrem siebenköpfigen Team, darunter fünf Technikerinnen. Automatisierung und Digitalisierung von Arbeits- und Prozessschritten spielen dabei eine tragende Rolle. »Die enge Verbindung mit der Praxis ist mir besonders wichtig. Nur, wenn neue Ideen im Alltag der Kolleginnen und Kollegen bestehen, sind sie wirklich wirksam.« So konnten bereits große Erfolge beim Aufbau eines Robotik-Test-Ökosystems, einer AI@Porr Peer Group und einem österreichweiten digitalen ExpertInnen-Netzwerk erzielt werden. In Robotikpiloten werden technologische Neuerungen direkt auf der Baustelle getestet, jene Projekte, in denen die operativen Teams einen Mehrwert sehen, werden weiterentwickelt. »Ich bin in einem Feld angekommen, wo jeden Tag etwas Neues entsteht.« Das sei das Spannende und Erfüllende. Aktuell laufen zwölf spartenübergreifende Projekte. So wird etwa daran geforscht, dass am Kranhaken befindliche Bauteile sowie die durchgeführten Arbeiten digital erkannt und erfasst werden. »Es sollen keine zusätzliche Handy-App oder analoge Zettel notwendig sein. Daten könnten dann direkt in ein BIM-Modell übertragen werden«, sieht Schiefer eine Bauzukunft.

Niemals Stillstand
Aktuell schließt die 35-Jährige berufsbegleitend das Masterstudium Lean Baumanagement an der TU Graz ab, mit Fokus auf Innovationsmethoden für die Anwendung im Baukontext. Privat gewinnt sie Energie durch Reisen, beim Tauchen oder beim Möbelbauen. »Ich bin immer gern handwerklich unterwegs, wir haben unseren Wohnzimmerverbau z. B. selbst gebaut.« Die letzte Reise hat sie in die Unterwasserwelt vor Thailand geführt. »Ich habe über
50 Tauchgänge geloggt. Die Unterwasserwelt zieht mich magisch an.«n

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