Mittwoch, September 30, 2026

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Der Global Award for Sustainable Architecture 2026 stellte in Istanbul das Leitthema »Transformation« in den Mittelpunkt. Unter UNESCO-Patronat, mit Unterstützung der UIA und mit Saint-Gobain als offiziellem Partner wurden Arbeiten gezeigt, die mit lokalen Ressourcen, Wiederverwendung und anpassungsfähigen Konzepten arbeiten.

Umbau, Kreislauf, lokale Ressourcen
Foto: Valentyna Rostovikova PRYZM Photography

Bild: Global Award for Sustainable Architecture 2026 in Istanbul. V. l. n. r.: Saint-Gobain CEO Benoît Bazin mit den diesjährigen Preisträger*innen Loreta Castro Reguera, Präsidentin des Global Award for Sustainable Architecture Jana Revedin, Andreas Kipar, Ye Man, Doàn Thanh Hà und José Pablo Ambrosi.

Der Global Award for Sustainable Architecture wird seit 2006 vergeben und versteht sich als internationale Plattform für nachhaltige, sozial orientierte Architektur. Die Ausgabe 2026 fand an der Mimar Sinan Fine Arts University in Istanbul statt.

Den Auftakt setzte Deniz İncedayı von der Mimar Sinan Fine Arts University mit dem Satz: »Architektur ist Transformation.« Gemeint war keine Stilfrage, sondern Architektur als Prozess. Die deutsche Architektin und Präsidentin des Global Award for Sustainable Architecture, Jana Revedin, formulierte dazu: »Wir sprechen über Prozesse.« Transformation erschien damit als Veränderung von Bauweisen, Materialeinsatz, Landschaften und urbanen Strukturen, aber auch als Verschiebung im Verständnis von Planung selbst.

Ressourcenschonung als roter Faden
Die ausgezeichneten Projekte verband ein Fokus auf lokale Materialien, begrenzte Mittel und kreislauforientierte Strategien. Genannt wurden vorgefertigte Holzkonstruktionen, reversible Systeme, partizipative und klimaangepasste Lösungen, wasserbezogene Stadtentwicklung und die Wiederverwendung vorhandener Materialien. Die ebenfalls prämierte chinesische Architektin Ye Man beschrieb diesen Zugang als Bauen »mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit«. Ausgezeichnet wurden damit keine Prototypen, sondern übertragbare Ansätze für den Umgang mit Ressourcen, Klima und Nutzung.

Weiterbauen statt Ersetzen
Auch bei der anschließenden Podiumsdiskussion stand der Umgang mit dem Bestand im Mittelpunkt. Wang Shu, als erster chinesischer Architekt mit dem prestigeträchtigen Pritzker-Preis ausgezeichnet, bezeichnete »Handeln« als das wichtigste Wort für Transformation. Die dänische Architektin Dörte Mandrup sagte, man müsse »mit Demut beginnen« und zugleich neugierig bleiben. Der Tenor war klar: Weiterbauen, anpassen und präzise eingreifen statt ersetzen. Wang Shu verwies in diesem Zusammenhang auf Projekte wie das Ningbo History Museum, in dem geborgene Ziegel, Steine und Holzelemente aus älteren Bauten in einen neuen Zusammenhang gesetzt wurden.

Istanbul als Austragungsort
Dass die Preisverleihung erstmals in Istanbul stattfand, fügte sich in das Thema ein. Die Stadt wurde als Ort beschrieben, an dem historische Schichten, kulturelle Prägungen und aktuelle Veränderungsprozesse sichtbar aufeinandertreffen. Jana Revedin nannte Istanbul eine Stadt aus »Schichten der Geschichte« und »Schichten der Tradition«. Damit wurde der Austragungsort selbst Teil des Themas. Zugleich knüpfte das Symposium an eine Lehrtradition an, in der Material, Ort, Betriebskosten und Nachhaltigkeit zusammengedacht werden.

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Bild: Transformation bedeutet handeln, sagt Pritzker-Preisträger Wang Shu.

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