Mittwoch, September 30, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Design Thinking III: Unternehmensstrategisches Know-how

design-thinking-3

Wir befinden uns in einer Phase sich sehr schnell verändernder Marktmechanismen, mit zum Teil exponentiellen Fliehkräften. Design Thinking, mit all seinen Methoden der Unternehmensintegration, ist hier eine funktionierende Antwort.

Zu Teil 1 und Teil 2 der Serie

Wer denkt, dass Designdenken ein paar kreativen Köpfen eine Spielwiese zum Austoben bietet, hat weit gefehlt: Design Thinking ist Chefsache – und muss langfristig unternehmensstrategisch verankert und gefördert werden.

Ausgangspunkt für jegliche Design Thinking-Aktivitäten ist hier die Bereitschaft eines Unternehmens, bestehende Strukturen zu hinterfragen und neue Wege zu gehen. Mit dieser Offenheit kann als erster Schritt ein initiales Design Thinking Projekt definiert werden. Wichtig sind hier vor allem interdisziplinäre Teams, das Schaffen einer inspirierenden Boot-Camp-Umgebung und das Einhalten eines iterativen Prozesses, der den User und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt rückt und dessen Feedback laufend abfragt, prototypisch testet, bearbeitet und noch vor dem Launch berücksichtigt.

Die Ergebnisse, die in solchen zeitlich limitierten Bootcamp-Sessions erarbeitet werden, lassen die Arbeit in Wahrheit aber erst beginnen, denn gutes Designdenken endet nicht mit einer Idee, sondern mit einer neuen Herausforderung: In der Regel stoßen die jenseits des routinierten Denkens gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse nämlich in puncto Umsetzung an ihre Grenzen, weil historisch gewachsene Strukturen und Prozesse natürliche Barrieren darstellen.

Hier wird somit schnell klar, dass das Umsetzen einzelner Ideen nicht möglich und oder zielführend ist. Job ist es deshalb in einem weiteren Schritt, die neuen Ansätze mit den bestehenden Strukturen abzugleichen und zu etwas Neuem zu verbinden, also die besten Elemente des gegenwärtigen Systems als „Champions“ zu identifizieren und mit den neuen Ansichten zu matchen. Eindeutig eine unternehmensstrategische Aufgabe.

Adaptieren statt reagieren

Wir befinden uns in einer zweiten Renaissance mit exponentieller Geschwindigkeit, denn Marktmechanismen und Marktteilnehmer verändern sich zum Teil radikal und unerwartet. Je schneller solche Veränderungen von außen kommen, desto schneller muss ein Unternehmen in der Lage sein, diese Veränderungen im bestehenden Business zu adaptieren. Hier führen die Methoden des Design Thinkings zu unternehmerischen Lösungen.

Organisationen können so bedrohende Gefahren und Risiken erkennen und daraus Chancen und Potenziale erarbeiten, um diesen erfolgreich zu begegnen. Denn simples Reagieren ist hier zu langsam – das zeigen Beispiele wie Nokia oder Kodak, denen es nicht gelungen ist, sich neuen disruptiven Technologien wie dem iPhone oder Instagram anzupassen und hier zeitgerecht zu agieren.

Um exponentiell erfolgreich zu sein, muss deshalb das nachhaltige Ziel verfolgt werden, ein Eco-System (das in der Regel durch viele Co-Abhängigkeiten charakterisiert ist) zu schaffen, welches möglichst flexibel ist und Unternehmen die Komplexität des Marktes verstehen lässt - und genau hier setzt das Designdenken an. Denn Designdenken ist weit mehr als einzelne kreative Bausteine – es ist der Stein, der einen ganzen Change-Prozess ins Rollen bringt und die Notwendigkeit eines Involvements auf höchster Managementebene betont.

Dieses soll jedoch nicht Top-down stattfinden, sondern in einem hierarchiebefreiten Boot-Camp-Prozess-Kontext heraus als treibende Kraft, um Ideen in allen Bereichen umsetzen zu können und Bewusstsein für ganzheitliche Strukturen vorzuleben und zu fördern. Erfolgreiche Unternehmen wie Bosch, Mercedes Benz oder T-Mobile machen es vor und haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sie integrative Denker sind, die bereit sind, Veränderungen in der Gesellschaft wie die der Sharing- oder der Swarm-Economy mitzugestalten, neu zu definieren und hier in einem größeren Kontext zu agieren.

In 5 Schritten zum integrativen Denker

♦ Fokussieren Sie in Ihrer Denkarchitektur stets das große Ganze – auch während Sie an individuellen Elementen arbeiten. Vermeiden Sie sequentielles Arbeiten

♦  Konzentrieren Sie sich darauf, schnelle Teil-Ergebnisse zu ermöglichen und nicht lange auf Fehlern herumzureiten. Machen Sie diese und setzen Sie das Feedback daraus rasch um. („Quick Wins“ und „Fast fails“)

♦  Identifizieren Sie die „Champions of Change“, also die funktionierenden Elemente Ihres bestehenden Systems – und die „Enemys of Change“, also die Faktoren, die Ihrem Erfolg und Ihrer Flexibilität im Weg stehen und die größten Gefahren bergen.

♦  Verbessern Sie Ihre Lernfähigkeit und bauen Sie Ihre empathischen Skills aus. Lernen Sie, Ihre eigene Landkarte zu verlassen und mit den Augen des Nutzers zu sehen.

♦  Holen Sie sich externe Beratung und Unterstützung in Ihrem Design Thinking- und Change-Prozess. Betreiben Sie „Modeling of Excellence“.

Über Thomas Holzhuber:

Digitalexperte und Wirtschaftsprofi Dr. Thomas Holzhuber gründete seine Online-Agentur "holzhuber impaction" 1994 als erste E-Consulting Agentur in Österreich. Als strategischer Berater ist er vor allem Experte in den Bereichen Digitale Trends, Design Thinking, Financial Technologies, E-Commerce, Big Data und Internet of Things.

www.designdenken.at


Buchtipps

Adam Grant: Non Konformisten. Warum Originalität die Welt bewegt

Tim Brown: Change by Design. How design thinking transforms organizations and inspires innovation.

Roger Martin: The Opposable Mind. How successful leaders win through integrative thinking.

×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

Wettbewerb ade?
Wenn Kleines Großes bewirkt

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

AWS (Amazon Web Services)
29 September 2026
Firmen | News
Amazon Web Services (AWS) ist als erster Cloud-Anbieter für die Verarbeitung von sogenannten "NATO-Restricted-"Informationen (NR) durch alle NATO-Mitgliedstaaten zugelassen. David Appel, Acting Vice President of Worldwide Public Sector bei AWS, verkü...
Vertiv
28 September 2026
Firmen | News
Neue Produktionskapazitäten von rund 22.000 Quadratmetern in der Slowakei werden die Fertigung von Stromversorgungs- und Wärmemanagementlösungen für die digitale Infrastruktur der nächsten Generation vorantreiben. Vertiv (NYSE: VRT), ein weltweit füh...
Südtirol
23 September 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Firmen | News
Die Paneele für die 7.000 m² Fassadenfläche des Durst HQ in Brixen wurden vollständig im FRENER & REIFER-Werk gefertigt und über Nummerncodes bis zur Montageposition rückverfolgbar gemacht (© Paolo Riolzi) Südtirol kann nicht nur Tourismus. ...
AWS (Amazon Web Services)
23 September 2026
Firmen | News
Schnelle Vermittlungen, präzise Ankunftszeiten, stabiler Service auch zu Stoßzeiten: Dafür baut Uber seine Infrastruktur auf AWS aus. Matthias Patzak, Enterprise Strategist bei Amazon Web Services (AWS) erklärt, wie spezialisierte Cloud-Technologie u...

Populär

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2026!

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2027!

Der Wirtschaftspreis eAward zeichnet Digitalisierungsprojekte aus dem Raum...

Best of ... Connectivity

Vernetzung und Kommunikation auf Wasserstraßen, im Außendienst, im Vertrieb, im...
Elektrischer Mercedes-Benz eActros 600 mit Holcim-Silosattelauflieger an einer Ladestation in Mannersdorf, daneben drei Mitarbeiter.

Strom für die schweren Aufgaben

Holcim Österreich und Daimler Truck Austria zeigten im Zementwerk Mannersdorf, welche...
Bürogebäude von Primetals Technologies

Primetals: Brownfield-Conversion auf SAP S/4HANA

Atos hat gemeinsam mit Primetals Technologies ein weiteres internationales...
Visualisierung des Projekts PIER05 an der Seestädter Waterfront mit mehreren Gebäuden direkt am Wasser.

Viermal ÖGNI-Gold für PIER05

Für PIER05 in der Seestadt Wien liegen nun ÖGNI-Gold-Vorzertifikate für alle...
Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Ob zu Ostern oder zu Weihnachten, während der Geschenkesaison geht es beim...

Neue Blog Beiträge

30 September 2026
Qualität und Effizienz
Seit 1. August 2026 gilt die neue ÖNORM S2500 – Neuzertifizierungen erfolgen ab sofort ausschließlich nach dem neuen Standard, für bestehende Zertifikate empfiehlt sich der zeitnahe Umstieg bis Ende 2027. Mit der Publikation am 1. August 2026 lö...
28 September 2026
Qualität und Effizienz
 Unternehmen stehen derzeit nicht nur vor vielen langfristigen Herausforderungen, die von KI bis Klimawandel reichen - auch der monetäre Leistungsdruck steigt täglich. Umsatz, Effizienz und Einsparungen werden aktuell priorisiert: Für viele bede...
25 September 2026
Qualität und Effizienz
Die internationale Normung im Bereich Arbeitssicherheit befindet sich derzeit in einer dynamischen Entwicklungsphase. Während die Revision der ISO 45001 auf die Zielgerade einbiegt und die ISO 45003 weiterhin die zentrale Orientierung für den Umgang ...

Leben & StilView all

Office & TalkView all

Produkte & ProjekteView all