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Warum CO2-Klassen für Beton zu mehr Nachhaltigkeit beitragen

Die Reduktion von CO2-Emissionen bei der Herstellung von Beton ist ein wesentlicher Beitrag der österreichischen Betonhersteller zur Erreichung der Klimaziele. Ein wichtiges Instrument zu mehr Transparenz in Bezug auf die Umweltauswirkungen wird die künftige Klassifizierung von Beton nach CO2-Klassen sein.

Die österreichischen Zement- und Betonhersteller haben sich zur Klimaneutralität verpflichtet. Die Reduktion der CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Baustoffs Beton – von den Ausgangsstoffen bis hin zur effizienten Planung und Nutzung von Betonbauten – ist die zentrale Aufgabe der gesamten Baubranche. Auf dem Weg zum klimaneutralen Bauen müssen alle Akteure entlang dieser Wertschöpfungskette ihren Beitrag zur CO2-Reduktion leisten – etwa durch technologische Innovationen, Materialeffizienz, Transportoptimierungen oder nachhaltige Bauweisen.
Dabei spielt die Transparenz der ökologischen Daten von Produkten eine wichtige Rolle. Im Falle des Transportbetons können seine Umweltauswirkungen in Form von sogenannten CO2-Klassen von Beton ermittelt werden. Das Hauptkriterium für die Einteilung in die Klassen stellt das Treibhauspotenzial (GWP) dar. So können transparente Umweltdaten von Betonprodukten an alle Stakeholder – besonders Planende, Architekten oder Bauträger – gebracht werden. Die Festlegung der Klassen für CO2-reduzierte Betone leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu einer umfassenden Nachhaltigkeitsbewertung und soll eine zielorientierte praxisnahe Ausschreibung ermöglichen.

CO2-Klassen als Teil der zukünftigen „Betonnorm"
In einigen Ländern Europas – wie z. B. in Skandinavien – wurden bereits Festlegungen für sogenannte CO2-Klassen von Beton definiert. Unter CO2-Klasse versteht man die Zuordnung von Betonen mit der Kenngröße des Global Warming Potentials (GWP) gemäß ÖNORM EN 15804. Im Falle des Betons ist die Einheit dieses GWP „Kilogramm CO2-Äquivalent pro Kubikmeter" (kg CO2-äquiv./m3). Einfacher gesagt, wird das Treibhauspotenzial je Kubikmeter eingesetzten Beton berechnet.
Die in Österreich gültige Betonnorm (ÖNORM B 4710-1) sowie die europäische Basisnorm für Beton (ÖNORM EN 206) enthalten derzeit keine Festlegungen in puncto CO2-Klassen für unseren Baustoff. Da die Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden aber eine immer wichtigere Rolle bei der Planung und Ausschreibung von Bauprojekten einnimmt, könnte sich das bald ändern. So wurde im neuen Entwurf der europäischen Basisnorm für Beton (ÖNORM prEN 206-1) dem Erfordernis nach einer Klassifizierung von Beton gemäß GWP-Werten Rechnung getragen. Der neue Entwurf wurde im September 2024 zur Stellungnahme veröffentlicht. Es ist davon auszugehen, dass die neue europäische Betonnorm in absehbarer Zeit vorliegen wird und diese dann in das nationale Normenwerk übernommen werden muss – damit werden die Berechnung des Treibhauspotenzials und damit auch die Klassifizierung von Beton nach der CO2-Emission auch in Österreich normative Realität.

Einheitliche Regeln
Für die Berechnung des Treibhauspotenzials wurden bereits auf europäischer Ebene einheitliche Regeln erstellt – diese werden auch als Basis für die Berechnung der CO2-Klassen von Beton herangezogen. Im bereits erwähnten Entwurf der europäischen Basisnorm für Beton prEN 206-1 werden Vorgaben für die Klassifizierung dieses Baumaterials in entsprechende CO2-Klassen normativ festgelegt. Die Klasseneinteilung erfolgt durch eine Reduktion der GWP-Werte in 10-Prozent-Schritten.
Neben den neuen Festlegungen der europäischen Basisnorm für Beton ist es seit einigen Jahren auch möglich, Betone mit dem CO2-Modul des Concrete Sustainability Council (CSC) in vier unterschiedlichen Level zu zertifizieren. CSC ist ein weltweit angebotenes Zertifizierungsschema für Produktionsstätten von Zement, Beton und Gesteinskörnungen, das zusätzliche Zertifizierungen für CO2-Module (CO2-reduzierte Betone) und R-Module (Beton mit rezyklierter Gesteinskörnung) bei Beton anbietet. Wie im Falle der prEN 206-1 gestaltet sich die Abstufung der CO2-Reduktion auch bei CSC in 10-Prozent-Reduktionsschritten. Die Festlegung der Referenzbetone bzw. Referenzwerte muss sowohl gemäß der prEN 206-1 als auch bei CSC auf nationaler Ebene erfolgen.

Mit seinem bereits veröffentlichten GWP-Rechner, der Transportbetonunternehmen bei der Berechnung des GWP ihrer Produkte zur Verfügung steht, hat die österreichische Transportbetonbranche eine wichtige Basis für die zukünftige Festlegung der CO2-Klassen von Beton in Österreich geschaffen. Um die Zeit bis zur Veröffentlichung der neuen Betonnorm mit den dann enthaltenden CO2-Klassen zu überbrücken, ist geplant, bereits Anfang 2025 über die Österreichische Bautechnik-Vereinigung (ÖBV) ein ÖBV-Merkblatt zu publizieren, welches CO2-Klassen für Beton enthalten wird. 

Der Autor: Christoph Ressler ist Geschäftsführer des Güteverbands Transportbeton und stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Beton Dialog Österreich.

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