Mittwoch, September 30, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Font size: + –

Wie Telekommunikationsunternehmen ihre Zukunft mit generativer KI neugestalten


Von Jayanth Nagarajan, Head of Telecommunications Industry, Asia Pacific & Japan, AWS

Die Telekommunikationsbranche entwickelt sich rasant, da Unternehmen und Verbraucher nach neuen Anwendungen und Erlebnissen suchen, die durch 5G möglich gemacht werden. Die verbesserte Konnektivität treibt beeindruckende Fortschritte in Bereichen wie autonomes Fahren, das industrielle Internet der Dinge (IoT) und den Bau futuristischer Smart Cities voran. Gleichzeitig hat das Aufkommen von generativer künstlicher Intelligenz (KI) das Potenzial, die Branche grundlegend zu verändern.

Dies zwingt Telekommunikationsunternehmen, ihre Investitionen neu auszurichten – vor allem aufgrund sinkender Net Promoter Scores (NPS), ein wichtiger Indikator für Kundenzufriedenheit. Neue Marktteilnehmer, die funktionsreiche Self-Service-Angebote mit höheren Datenkontingenten statt der klassischen Sprachminuten bieten, verstärken zusätzlich den Disruptions-Druck in der Branche.

Das KI-gesteuerte Telekommunikationsunternehmen
Die Umstellung auf neue Geschäftsmodelle war bisher oft ein langwieriger Prozess, der Jahre der Neugestaltung und komplexer Systemintegrationen erforderte. Doch was wäre, wenn traditionelle Telekommunikationsunternehmen ihre Strukturen von Grund auf mithilfe generativer KI neu aufbauen könnten?

Dank skalierbarer Rechenleistung, einem massiven Anstieg an Daten und rasanten Fortschritten im Bereich großer Sprachmodelle (LLMs) ist die Idee eines KI-gesteuerten Telekommunikationsunternehmens nicht mehr utopisch, sondern greifbar. Viele verfügen über umfangreiche, bislang ungenutzte Datenbanken, die jetzt erstmals für generative KI-Modelle genutzt werden können. Generative KI kann diese riesigen Datensätze analysieren, Verbindungen herstellen und Muster erkennen. Dadurch können maßgeschneiderte Lösungen entwickelt werden, die besser auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind.

Maßgeschneiderte oder Standard-KI? Telekommunikationsunternehmen können beides haben Durch den Einsatz von generativen KI-Modellen, die über Plattformen wie Amazon Bedrock verfügbar sind, können Telekommunikationsunternehmen Transformationsprojekte beschleunigen, die früher Jahre in Anspruch genommen hätten. Der Kundenservice kann durch mehrsprachige Chatbots verbessert werden, Netzwerkteams können Fehleranalysen und Optimierungen schneller durchführen, Marketingteams können personalisierte Kampagnen im großen Maßstab umsetzen, und Entwickler können sichere Codierungsassistenten nutzen, um die Prototyping-Zeiten erheblich zu verkürzen.

Frühe Anwender wie die Deutsche Telekom erzielen bereits zweistellige Verbesserungen und eine höhere Antwortgenauigkeit, da sie Zugriff auf leistungsstarke KI-Infrastrukturen haben. Um die Produktivität deutlich zu erhöhen, setzt die britische BT Group einen Codierungsassistenten ein, der über 200.000 Codezeilen für ihre 1.200 Entwickler generiert hat. CelcomDigi in Malaysia entwickelt spezielle Sprachalgorithmen, um Lösungen wie Chatbots für seine sprachlich und kulturell vielfältige Kundenbasis zu schaffen.

Auch Telekommunikationsunternehmen mit digitalen Submarken können von generativer KI profitieren. Cloud-native, KI-verbesserte Abrechnungslösungen ermöglichen es Produktmanagern, dynamisch Angebote zu erstellen, die genau auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sind.

Telekommunikationsunternehmen haben auch die Möglichkeit, ihre eigenen maßgeschneiderten KI-Modelle zu entwickeln, die speziell auf ihre Kunden und die Branche abgestimmt sind. Südkoreas SK Telecom hat beispielsweise TelClaude entwickelt, um KI-gesteuerte Kontaktzentren zu betreiben, bestehende Dienste wie Spam-Erkennung zu verbessern und persönliche KI-Assistenten zu entwickeln.

KI-Genauigkeit beginnt mit Daten-Genauigkeit und Sicherheit
Telekommunikationsunternehmen verfügen über umfangreiche Daten aus Marktforschung, Netzwerken, Geräten und Kundenakten, die generative KI schnell analysieren kann, um wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Diese können den Unternehmen helfen, sich weiterzuentwickeln oder sogar neu zu erfinden. Dabei ist es entscheidend, die Daten zu verstehen und zu schützen. Viele Telekommunikationsunternehmen haben bereits Richtlinien zum Schutz vor Datenmissbrauch implementiert, was ihnen einen Vorteil bei der Einführung von KI verschafft.

Mit generativer KI gibt es berechtigte Bedenken hinsichtlich Transparenz, Voreingenommenheit und der Gefahr von falschen oder irreführenden Informationen. Diese Aspekte müssen sorgfältig überwacht und gesteuert werden. Wie in anderen Branchen auch, müssen Telekommunikationsunternehmen rigorose Tests und Überwachungsmechanismen implementieren und dabei stets den „menschlichen Faktor" berücksichtigen, um eine zuverlässige und ethische Arbeitsweise der KI-Systeme zu gewährleisten.

Bei der Auswahl eines generativen KI-Dienstes sollten Telekommunikationsunternehmen darauf achten, Lösungen zu bevorzugen, die es ermöglichen, Drittanbieter-Modelle auf ihre Daten anzuwenden, anstatt die Daten zu den Modellen zu bringen. Das gewährleistet den Datenschutz und die Vertraulichkeit in allen Geschäftsbereichen.

Intelligente Algorithmen erfordern menschliches Talent
Generative KI geht über traditionelle Automatisierung hinaus, bei der Maschinen vordefinierte Aufgaben ausführen. Sie erweitert die Fähigkeiten der Menschen, entfaltet kreatives Potenzial und steigert die Produktivität in bisher ungeahntem Maße.

Angesichts dieser Entwicklung müssen Führungskräfte in der Telekommunikation Wege schaffen, um ihre Mitarbeiter im Bereich KI zu schulen und die notwendigen Talente zu fördern, damit das Potenzial der generativen KI-Tools voll ausgeschöpft werden kann. Das erfordert eine engere Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Branchen und Bildungseinrichtungen, um KI-Schulungsprogramme zu implementieren und die Mitarbeitenden auf die passenden Rollen vorzubereiten.

Der Telekommunikationsanbieter Telefónica erkannte, dass die Schulung seiner internen Teams entscheidend war, um die Cloud-Kompetenzlücke zu schließen und seine digitale Transformation voranzutreiben. Telefónica arbeitete mit AWS zusammen, um einen mehrjährigen Plan zur Weiterbildung zu entwickeln und seine Teams die notwendigen Cloud-Kompetenzen zu vermitteln.

KI als Wettbewerbsvorteil
Im Jahr 2024 stehen Telekommunikationsunternehmen vor einer wichtigen Entscheidung: den Status quo beizubehalten oder mutig ihre Wertschöpfungsstrategie neu zu erfinden, indem sie generative KI umfassend einsetzen. Der Einsatz ist enorm, denn ihr Erfolg hängt von ihrer Fähigkeit zur digitalen Transformation ab. Gleichzeitig zeigt die Tatsache, dass 70 % der Bemühungen zur Geschäftstransformation scheitern, dass eine durchdachte Strategie unerlässlich ist, um den sich ständig weiterentwickelnden Erwartungen der Kunden gerecht zu werden.

Diese exzellenten Unternehmen wurden für den Staat...
ESG-Reporting: Schritt für Schritt zum nachhaltige...

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

AWS (Amazon Web Services)
29 September 2026
Firmen | News
Amazon Web Services (AWS) ist als erster Cloud-Anbieter für die Verarbeitung von sogenannten "NATO-Restricted-"Informationen (NR) durch alle NATO-Mitgliedstaaten zugelassen. David Appel, Acting Vice President of Worldwide Public Sector bei AWS, verkü...
Vertiv
28 September 2026
Firmen | News
Neue Produktionskapazitäten von rund 22.000 Quadratmetern in der Slowakei werden die Fertigung von Stromversorgungs- und Wärmemanagementlösungen für die digitale Infrastruktur der nächsten Generation vorantreiben. Vertiv (NYSE: VRT), ein weltweit füh...
Südtirol
23 September 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Firmen | News
Die Paneele für die 7.000 m² Fassadenfläche des Durst HQ in Brixen wurden vollständig im FRENER & REIFER-Werk gefertigt und über Nummerncodes bis zur Montageposition rückverfolgbar gemacht (© Paolo Riolzi) Südtirol kann nicht nur Tourismus. ...
AWS (Amazon Web Services)
23 September 2026
Firmen | News
Schnelle Vermittlungen, präzise Ankunftszeiten, stabiler Service auch zu Stoßzeiten: Dafür baut Uber seine Infrastruktur auf AWS aus. Matthias Patzak, Enterprise Strategist bei Amazon Web Services (AWS) erklärt, wie spezialisierte Cloud-Technologie u...

Populär

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2026!

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2027!

Der Wirtschaftspreis eAward zeichnet Digitalisierungsprojekte aus dem Raum...

Best of ... Connectivity

Vernetzung und Kommunikation auf Wasserstraßen, im Außendienst, im Vertrieb, im...
Elektrischer Mercedes-Benz eActros 600 mit Holcim-Silosattelauflieger an einer Ladestation in Mannersdorf, daneben drei Mitarbeiter.

Strom für die schweren Aufgaben

Holcim Österreich und Daimler Truck Austria zeigten im Zementwerk Mannersdorf, welche...
Bürogebäude von Primetals Technologies

Primetals: Brownfield-Conversion auf SAP S/4HANA

Atos hat gemeinsam mit Primetals Technologies ein weiteres internationales...
Visualisierung des Projekts PIER05 an der Seestädter Waterfront mit mehreren Gebäuden direkt am Wasser.

Viermal ÖGNI-Gold für PIER05

Für PIER05 in der Seestadt Wien liegen nun ÖGNI-Gold-Vorzertifikate für alle...
Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Ob zu Ostern oder zu Weihnachten, während der Geschenkesaison geht es beim...

Neue Blog Beiträge

30 September 2026
Qualität und Effizienz
Seit 1. August 2026 gilt die neue ÖNORM S2500 – Neuzertifizierungen erfolgen ab sofort ausschließlich nach dem neuen Standard, für bestehende Zertifikate empfiehlt sich der zeitnahe Umstieg bis Ende 2027. Mit der Publikation am 1. August 2026 lö...
28 September 2026
Qualität und Effizienz
 Unternehmen stehen derzeit nicht nur vor vielen langfristigen Herausforderungen, die von KI bis Klimawandel reichen - auch der monetäre Leistungsdruck steigt täglich. Umsatz, Effizienz und Einsparungen werden aktuell priorisiert: Für viele bede...
25 September 2026
Qualität und Effizienz
Die internationale Normung im Bereich Arbeitssicherheit befindet sich derzeit in einer dynamischen Entwicklungsphase. Während die Revision der ISO 45001 auf die Zielgerade einbiegt und die ISO 45003 weiterhin die zentrale Orientierung für den Umgang ...

Leben & StilView all

Office & TalkView all

Produkte & ProjekteView all