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Zukunft Wohnbau im Lichte der Pariser Klimaziele

Zukunft Wohnbau im Lichte der Pariser Klimaziele

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, brauchen wir eine starke Industrie mit innovativen Lösungen. Viele Ansätze liegen bereits am Tisch – was fehlt, ist deren Verbreitung und Standardisierung sowie der Mut und Wille von Politik und Bauträgern.

Auch wenn die Pariser Klimaziele für viele sehr abstrakt und im Detail ohnehin zu komplex erscheinen, so haben diese doch den nachhaltigen Schutz unseres Lebensraums als prioritäres Ziel. Das langfristige Ziel lautet daher, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter des 19. Jahrhunderts zu halten. Die Hälfte davon, nämlich ein Grad ist bereits erreicht – und darf man Experten Glauben schenken, stecken bereits weitere 0,5 Grad in der Pipeline.

Neue Entwicklungsschritte

Unsere Gesellschaft ist zum Handeln gezwungen, so viel steht fest. Der Spagat zwischen den hochentwickelten Industrie­ländern und den Schwellen- bzw. Entwicklungsländern wird sicher nicht einfach. Während der »State of the Art« hierzulande der Industrialisierung zu verdanken ist, kann man diese Entwicklungsschritte wohl jenen nicht vorenthalten, die bisher auf geringem bis mäßigem Industrieniveau wirtschaften. Wie aber jene dorthin bringen, wo wir schon sind, ohne weitere Energie- und Klimaprobleme vom Zaun zu brechen? Lösungsansätze gibt es genug und sind in ihrer Vielfalt hier nicht darstellbar. Will man in Europa aber weiterhin den gewohnten Komfort genießen, dann braucht es eine starke Industrie mit innovativen Lösungen. Ergo sind neue Entwicklungsschritte vonnöten.

Lösungen liegen am Tisch

Der Energieverbrauch wird derzeit differenziert in die Bereiche Mobilität, Hochtemperatur, Niedrigtemperatur, Licht, nicht-energetische Nutzung von Energie und letztendlich auch Verluste. Maßgebliche Potenziale drängen sich vor allem in den Bereichen Mobilität (Verkehr) und Niedrigtemperatur (u.a. Betrieb von Gebäuden) auf, auch die Verluste lassen sich noch optimieren. Greift man diese drei Bereiche auf, ließe sich der Energieverbrauch um 47 % reduzieren! Der Gebäudebereich für sich macht immer noch 16 % aus.

Die europäischen Gebäudeexperten sind also massiv gefragt, Lösungen zu entwickeln. Teilweise liegen diese bereits am Tisch, was fehlt, ist deren Verbreitung bzw. Standardisierung. Zum Beispiel können massive Bauteile problemlos als Energiespeicher genutzt werden. Die unregelmäßig und ungenau prognostizierbare erneuerbare Energie, wie Wind- oder Solarenergie, könnte so in den Gebäuden gespeichert werden, bis der Verbraucher diese tatsächlich abruft. Mittlerweile sind im Heizungsbereich bereits Überbrückungszeiträume von bis zu sieben Tagen möglich.

Mut und Wille gefragt

Ziel muss sein, das Gebäude zukünftig neben dem eigentlichen Verwendungsweck in mehrfacher Hinsicht zu nutzen. Die von herkömmlichen Netzen unabhängige Eigenversorgung mit erneuerbarer Energie ist das Modell der Zukunft. Die Nutzung der Speichermasse massiver Bauteile, genannt Bauteilaktivierung, reduziert nicht nur die Betriebsemissionen, sondern auch die Netzverluste. Der Weg in die Reduktion des Energiebedarfs im Gebäudesektor ist aufgezeigt. Was es nun braucht, ist der Mut und Wille von Politik und Bauträgern, diese innovativen Lösungen auch am Markt zu etablieren.

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